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Was ihr wollt

2015 - Regie Michela Gösken

Bildergalerie

Inhalt des Theaters

So ist die Lage: Der despotische Herzog Frederic, der mehr mit seiner Maniküre beschäftigt ist als mit seiner Charakterbildung, läuft Amok. Zuerst putscht er seinen Bruder vom Thron, welcher sich das Hauspersonal inklusive Koch schnappt und damit im Ardenner Wald lustige alternative Gesellschaftsformen testet. Dann verbannt der Bösewicht alle aus dem Schloss, von denen mit Widerworten zu rechnen ist: Als Erstes trifft es den jungen Orlando, der das Unglück hat, einen Kampf gegen Herzog Frederics Lieblingsringer zu gewinnen. Orlando, von Bruder Oliver nur misshandelt und bedroht, flieht mit seinem alten Diener Adam in den nächstgelegenen Wald. Ausser Handgepäck besitzt er nur noch eine hübsche Kette aus Edelmetall. Den Glücksbringer hat ihm eine gewisse Rosalind geschenkt, die ihn ganz schön süss fand, aber leider die Nichte des bösen Herzogs ist und ausserdem die beste Freundin von dessen Tochter Celia. Das allerdings nützt der jungen, aber etwas vorlauten Rosalind gar nichts, denn als letztes Traktandum vor dem Abendessen verbannt ihr fieser Onkel Frederic auch sie vom Hof. Rosalind ist verzweifelt: Was nun?

Nun ist es Zeit für den ultimativen Freundschaftsbeweis: Celia hat auch genug von ihrem hundsgemeinen Daddy und beschliesst, Rosalind in die Verbannung zu folgen. Gemeinsam hecken die Freundinnen den genialsten Plan aus seit der Erfindung des Joghurts: Celia verwüstet ihr Äusseres, um möglichst unattraktiv auf potenzielle Strolche zu wirken, und Rosalind beschliesst eine Geschlechtsumwandlung: Sie überfällt den Hoffnarren Touchstone, klaut ihm die Kleider, nennt sich GANYMED und ist fortan ein ... MANN! Naja, und Touchstone? Nach erfolglosem Protest schickt er sich in sein Schicksal und lernt den aufrechten Gang auf hohen Absätzen ...

Ja, und nach kurzer Wanderschaft trifft also ein Häufchen adeliger Nullchecker bei den Eingeborenen im Ardenner Wald ein, die allerdings den Hochwohlgeborenen an Exzentrik in keiner Weise nachstehen. Es sind dies: Phöbe, die selbsternannte Walddiva, die genussvoll ihren empfindsamen Verehrer Silvius in Grund und Boden höhnt. Ausserdem das Dummerchen Audrey und der wenig klügere William, die eventuellvielleichtmöglicherweise verlobt sind, sowie die Schäferin Corina, die am liebsten ihre Axt schwingt ...

Es stellt sich heraus, dass alle irgendwie in alle verliebt sind, doch natürlich vor allem Orlando in Rosalind. Dies äussert sich in einem Anfall von Dichtkunst, der beim kritischen Publikum den Eindruck erweckt, Orlando sei nicht ganz dicht. Rosalind, pardon, Ganymed, will Orlando von seiner Liebe kurieren und spielt ihm als Frau einen Mann vor, der vorgibt, eine Frau zu sein. Blicken Sie noch durch? Nicht? Dann hoffen wir mal, dass die nächsten zwei Stunden Klarheit bringen.

Die Neufassung
Ähnlich wie Rosalind vorgibt, ein Mann zu sein, der eine Frau spielt, ist dieses Theaterstück ein neuer Text, der aber stellenweise vorgibt, ein «echter Shakespeare» zu sein, welcher wiederum vorgibt, ein neues Stück zu sein. Wie das geht?

Nun, zuerst einmal sollten wir uns die Frage stellen: Was ist ein echter Shakespeare? Philologisch lässt sich diese Frage nicht wirklich beantworten, denn es gibt keine Shakespeare-Manuskripte im Original. Was wir heute lesen und Shakespeare zuordnen, sind auswendig gelernte Texte seiner Schauspieler, gesammelt und herausgegeben von einem fleissigen Lektor nach dem Tod des genialen Dramatikers. Erst einige Jahrhunderte danach begann dann eine eigentliche Shakespeare-Forschung, die versuchte, die Texte möglichst originalgetreu zu rekonstruieren beziehungsweise durch unzählige Fussnoten kommentierend einem zeitgenössischen Publikum zugänglich zu machen. Der Wiederaufbau des Globe Theatre in London repräsentiert die Sehnsucht, dem «echten» Shakespeare so nah wie möglich zu kommen – meiner Meinung nach sehr eindrücklich ...

Die Suche nach einem gültigen Text hat auch zur Folge, dass es unzählige Shakespeare-Übersetzungen gibt: Die fünf prominentesten, wozu natürlich diejenige der Berliner Schaubühne aus der Feder von Peter Stein zählt, habe ich gelesen und musste – so modern auch übersetzt wurde – erkennen, dass sie für das Kollegitheater einfach zu literarisch, historisch und kulturell zu weit weg und sprachlich zu schwierig sind. Da wir angehenden Profis uns bereits an der Schauspielschule die Zähne an Versmass und Subtext ausbissen, wollte ich diese Knochenarbeit weder einem Amateurensemble noch dessen Publikum zumuten.

Deshalb entschloss ich mich zu einer Neufassung, welche der Handlung der Geschichte treu bleibt, sie aber mit neuen Dialogen und manchmal auch neuen Figuren erzählt. Die etwas verschrobene Logik klassischer Shakespeare-Figuren versuchte ich beizubehalten – so mag der pseudophilosophische Dialog zwischen Touchstone und William etwas shakespearisch anmuten, tatsächlich existiert er im «Original» aber nicht. Andererseits habe ich, um dem Bollywood-Pathos gerecht zu werden, punktuell einige Zeilen «echten» Shakespeare eingebaut, und zwar in einer extrablumigen Uralt-Übersetzung. Somit begegnen Sie, wertes Publikum, einem neuen Text, der ab und zu vorgibt, aus Shakespeares Feder zu stammen, und Sie hören kurze Textsequenzen, die zwar wirklich Shakespeare sind, allerdings in so antiquierter Sprache, dass sie Ihnen fremd vorkommen mögen.

Wir ziehen das Spiel mit den Identitäten also konsequent durch und präsentieren Ihnen eine Uraufführung, die hoffentlich unterhaltsam ist und vielleicht auch anregt, über unsere Wahrnehmung von literarischen Texten nachzudenken. Nun lehnen Sie sich zurück, lassen Sie sich von einem tollen Ensemble verwirren und geniessen Sie eine Unordnung, die Sie nicht aufräumen müssen!

Trailer

Mitwirkende

Schauspielende

DIE GUTEN

Rosalind

Celia

Touchstone

Orlando

Adam

Kohlköpfe

DIE GANZ GUTEN

Der verbrannte Herzog

Sein Lieblingsjünger

Jünger 1

Jünger 2

Jünger 3

Jünger 4

Jünger 5

Jünger 6

Jünger 7

Jünger 8

Amiens

Jaques

Indische Göttinnen

DIE BÖSEN

Oliver

Le beau

Page

Ringkämpfer Charles

Die bösen Cheerleader

DIE GANZ BÖSEN

Herzog Frederic

DIE HINTERWÄLDLER

Phöbe

William

Audrey

Corina

Leonie Kirchgessner

Alicia Baumann

Hannah Abry

Lynn Balli

Megan Dellenbach

Diverse

Taisei Nagata

Sara Buonomo

Alexandra Bretscher

Alicia Brun

Alexandra Christen

Cristina Ettlin

Yung Li Hiew

Emma Meissner

Simone Perner

Tara Riva

Christoph Raes

Stella Mele

Diverse

Rahel Blätter

Alicia Brun

Simone Perner

Emma Meissner

Diverse

Denise Kraft

Corina von Holzen

Tara Riva

Salome Erdmann

Emma Meissner

Seagant seppis lonely hearts club band

Joseph Bachmann

Sina Käslin, Naomi Mathis

Daphne Bösch, Caroline Dick

Leandra Liem, Flavia Zimmermann

Nico Barmettler, Matthias Besse

Jonas Odermatt, Maria Stalder

Mervin Wettstein

Niko Zihlmann

Vera Villiger

Younes Askri

Dimitri Rosset, Marco Savignano

Dirigent

Flöte

Klarinette

Klarinette

Saxophon

Saxophon

Posaune

Horn

Klavier

E-Bass

Schlagzeug

Crew

Michela Gösken

Jospeh Bachmann

Rolf Abbauen

Julia Bachmann

Brigitte Fries

Ueli Binggeli

Fredy Bernasconi

Willi Dubach

Sabrina Ventrone

Maria Stalder

Megan Dällenbach

Pascel Kappeler

Patrick

Text, Regie, Bühnenbild

Musikalische Leitung, Arrangements

Arrangements

Arrangements

Kostüme

Lichtdesign

Bühnenbau

Koordination Bauten

Austattung

Bühnenmalerei

Tanzchoreographie

Website, Film, Grafik

Plakatgestaltung

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