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OUR TOWN 2011
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Besetzung

Zum Stück

Greenfield’s Corners ist eine fiktive Kleinstadt in New Hampshire. Der Ort wird als heile Welt präsentiert. Jeder kennt jeden, die Kinder sind wohlerzogen, jeden Morgen kommt der Milchmann die Strasse hinauf. Der grösste Skandal ist der ständig betrunkene Kirchenchorleiter. Im Laufe der Jahre verändern sich im Alltag der Menschen von Greenfield’s Corner nur Kleinigkeiten.
Der erste Akt (1961) steht unter dem Motto „Das tägliche Leben“. Es deutet sich eine Romanze zwischen den Nachbarskindern George Gibbons und Emily Webber an. Ausserdem wird eine Vielzahl anderer Charaktere eingeführt, so die Eltern und Geschwister der beiden Freunde, Personen des öffentlichen Lebens, der Zeitungsjunge, die zwei Ladenbesitzer und die Polizistin. Eine genaue Inhaltsangabe fällt schwer, da die Handlung am Anfang fast gänzlich aus Belanglosigkeiten wie dem täglichen Frühstück, Haushaltsarbeiten oder Schularbeiten, eben dem „täglichen Leben“ besteht.
Einige Jahre sind vergangen und Emily und George sind im Begriff zu heira-
ten. In einer Rückblende wird dargestellt, wie das Paar auf dem Nachhause-
weg von der Schule zueinander gefunden hat. Den Abschluss macht die grosse Hochzeitsszene.

Viele Jahre später, auf einem Friedhof in Greenfield’s Corners. Emily ist bei der Geburt ihres zweiten Kindes gestorben und landet nun im Reich der Toten. Sie erhält die Möglichkeit, aus dem Jenseits auf die Lebenden herabzuschauen und will unbedingt ins Leben zurückkehren. Tatsächlich kann sie auch, wie ihr ihre ebenfalls tote Schwiegermutter Mrs. Gibbons erklärt, an einen beliebigen Tag in ihrem Leben zurückgehen und ihn noch einmal, nun aus der Distanz, miterleben. Emily tut dies und reist zurück zu ihrem 12. Geburtstag. Doch hier erkennt sie erstmals, wie nichtig die Dinge sind, mit denen sich die Lebenden befassen. In einer der letzten Szenen versucht Emily regelrecht, ihre Mutter aus ihrem Alltagstrott zu reissen, sie aufzu-rütteln. Dies bleibt jedoch wirkungslos.
Resigniert kehrt Emily zurück ins Reich der Toten. Die Inszenierung des Kollegitheaters endet mit einem Song, der eine wundervolle Aufforderung dazu ist, das Leben in vollen Zügen zu erleben.




Thornton Wilder


Wilder wurde 1897 in Madison im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin geboren. Er war der Sohn eines US-amerikanischen Diplomaten und ver- brachte einen Teil seiner Kindheit in China. Er begann Theaterstücke zu schreiben, als er Schüler an der Thacher School war, wohin er nicht recht passte, so dass er von seinen Mitschülern als allzu intellektuell gehänselt wurde. Einer seiner Klassenkameraden sagte später über ihn: „Wir liessen   ihn alleine, ganz einfach alleine. Und er zog sich dann in die Bibliothek, seinen Zufluchtsort zurück und lernte, sich von Demütigung und Indifferenz fernzuhalten.“
Nachdem er während des Ersten Weltkrieges bei der amerikanischen Küstenwache gedient hatte, erhielt er 1920 von der Universität Yale den B.A. Sechs Jahre danach wurde sein erster Roman The Cabala veröffent- licht. Kommerziell erfolgreich und weithin bekannt wurde Wilder 1927 mit   dem Roman The Bridge Of San Luis Rey, der ihm zudem 1928 den ersten Pulitzer-Preis einbrachte. Zwischen 1930 und 1937 lehrte er an der Universität von Chicago.
Seinen zweiten Pulitzer-Preis erhielt Wilder 1938 für das Stück Our Town, einen mehrfach verfilmten und bis heute gerne gespielten Dreiakter, der in der fiktiven Kleinstadt Greenfield’s Corners in New Hampshire spielt. Our Town ist das bekannteste Beispiel für Wilders besondere dramatische Technik, die mit einem Erzähler, dem so genannten „Stage Manager“ arbeitet, der gewissermassen die Rolle des antiken Chors übernimmt und durch eine minimale Ausstattung der Bühne die Universalität menschlicher Erfahrungen zu unterstreichen versucht.
Den dritten Pulitzer-Preis brachte Wilder sein Stück The Skin of Our Teeth ein. Es wurde 1943 uraufgeführt. Die Themen entsprechen denen vieler anderer Werke Wilders: Krieg, Seuchen, ökonomische Depression und Feuer als existenzielle Erfahrungen des Menschen. Indem die Grenzen von Zeit und Raum ignoriert werden, reichen vier Charaktere und drei Akte aus, um die Geschichte der Menschheit aufzurollen. Das Kollegitheater spielte Wir sind noch einmal davongekommen  1990 in einer Inszenierung von J. Peyer.
Insgesamt schrieb Wilder sieben Erzählungen, drei grössere Theaterstücke, zahlreiche Einakter sowie eine Vielzahl kleinerer Werke wie Essays, „Dreiminutenspiele“ und wissenschaftliche Artikel. Seine letzte Erzählung Theophilus North erschien 1973.
Wilder starb am 7. Dezember 1975 in Hamden (Connecticut).



Fotos: David Fux

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